InterKulturell on Tour
Projektergebnisse InterKulturell on Tour ab ca. März 2010 hier sowie im Download- Bereich dieser Webseite (Leitfaden „InterKulturell on Tour“ und Bericht der wissenschaftlichen Begleitung). Erste Ergebnisse weiter unten auf dieser Seite.
Ein Projekt zum Aufbau von Kooperationsstrukturen zwischen der Internationalen Jugendarbeit und Migranten(selbst)organisationen
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Für diese einfache Erkenntnis haben Gesellschaft und Politik lange gebraucht. Interkulturelle Erfahrungen machen den Reiz und die Stärke der Internationalen Jugendarbeit aus. In diesem Projekt zum Aufbau von Kooperationsstrukturen zwischen der Internationalen Jugendarbeit und Migranten(selbst)organisationen werden sie bewusst als besonderes Potenzial genutzt.
Interkulturelle Kompetenzen sind sowohl für die deutsche Mehrheitsgesellschaft als auch für Migrantinnen und Migranten eine notwendige Voraussetzung, um das Leben in der Einwanderungsgesellschaft zu meistern. Die Internationale Jugendarbeit arbeitet traditionell mit Methoden des interkulturellen Lernens. Dieses Arbeitsfeld erscheint daher als besonders geeignet, zu einer interkulturellen Öffnung der Kinder- und Jugendhilfe beizutragen. Hier können Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund auf eine Art und Weise lernen, die ihre Kompetenzen und Ressourcen anspricht und nicht ihre Defizite und Entwicklungsbedarfe.
Zur Projektbeschreibung
Erste Ergebnisse
Jugendliche mit Migrationshintergrund sind unterrepräsentiert, wenn es um die Teilhabe an konkreten Projekten der Internationalen Jugendarbeit geht. Damit sind sie auch benachteiligt, von den positiven Wirkungen dieser Mobilitätsmöglichkeiten zu profitieren.
Im Herbst 2007 ist ein Projekt zum Aufbau von Kooperationsstrukturen zwischen der Internationalen Jugendarbeit und Migranten(selbst)organisationen angelaufen. Es wurde in Absprache mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) entwickelt und wird aus nationalen und europäischen Mitteln finanziell gefördert.
InterKulturell on Tour ist ein bundesweites Jugendhilfe-Projekt mit dem Ziel, Jugendliche mit Migrationshintergrund verstärkt an Internationaler Jugendarbeit zu beteiligen und damit ihre individuellen Zukunftschancen zu verbessern und einen Beitrag zur Integration zu leisten.
Das Projekt Interkulturell on Tour spricht die besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen von Jugendlichen an, setzt auf Ihre Stärken anstatt auf ihre Defizite.
Mittels Durchführung eines konkreten Projektes, von dem Migranten(selbst)organisationen wie Jugendorganisationen gleichermaßen profitieren, hat InterKulturell on Tour zum Aufbau längerfristige Kooperationsstrukturen zwischen Internationaler Jugendarbeit und Migranten(selbst)organisationen beigetragen.
Das Projekt InterKulturell on Tour wurde kompetent durch eine Steuergruppe begleitet, in der Organisationen aus der Internationalen Jugendarbeit und Migrantenjugendselbstorganisationen vertreten waren. Sowohl die Steuergruppe als auch alle anderen Gremien des Projektes sind paritätisch (also mit Personen mit und ohne Migrationshintergrund) besetzt.
16 internationale Jugendbegegnungen sind in Kooperation zwischen Migranten(selbst)organisationen und Jugendorganisationen zusammen mit internationalen Partnern entwickelt und jeweils im Tandem durchgeführt worden. Zu über 50% waren junge Menschen mit Migrationshintergrund an diesen Begegnungen beteiligt.
Die Projekte wurden einerseits flankiert durch Veranstaltungen und praktische Trainings. Andererseits begleitete ein individuelles Coaching die Projektplanung und -durchführung.
Es ist gelungen, beispielhafte Formen der Zusammenarbeit zwischen Jugendorganisationen und Migranten(selbst)organisationen aufzubauen. Dadurch ist ein Netzwerk für weitere tragfähige Kooperationsbezüge entstanden.
Die beteiligten jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und die beteiligten Projektträger haben zum aktuellen Diskurs über die interkulturelle Öffnung der Gesellschaft beigetragen.
InterKulturell on Tour hat sowohl bei Jugendlichen als auch Organisationen der Mehrheitsgesellschaft zu einer interkulturellen Öffnung beigetragen.
Internationale Jugendbegegnungen sind dazu geeignet, Jugendliche mit Migrationshintergrund in die Jugendhilfe in Deutschland einzubeziehen. Internationale Jugendbegegnungen können Schlüsselerlebnisse für die gesellschaftliche Integration ermöglichen.
Die Träger des Projekts InterKulturell on Tour haben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Projektskizze für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 übermittelt und damit dokumentiert, dass sie bereit sind sich weiterhin in diesem Themenfeld zu engagieren.
Das Tandemmodell zur gemeinsamen Durchführung internationaler Jugendbegegnungen hat sich bewährt und wird weiter angewendet.
Die Internationale Jugendarbeit kann einen relevanten Beitrag zur Bearbeitung von gesellschaftlich relevanten Herausforderungen leisten.
Das Projekt hat gezeigt, dass der Zugang zum Fördersystem für Migranten(selbst)organisationen kompliziert ist. Hier sind Beratung und Coaching erforderlich ebenso wie eine Vereinfachung der Fördersystematik.
Das Projekt hat einen Anstoß zur interkulturellen Öffnung bei den beteiligten Trägern und Projektpartnern gegeben, der über die Internationale Jugendarbeit hinausreicht.
Eine Veröffentlichung wichtiger Projektergebnisse ist in Buchform im Wochenschau Verlag vorgesehen.
Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung findet sich ab Frühjahr 2010 im Download-Bereich dieser Webseite.
Die Sensibilität für die Rahmenbedingungen der Einbeziehung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund und ihren Organisationen konnte auch bei den Förderern geweckt werden.




